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UFC-Legende Belfort kündigt Rücktritt an

11. Januar 2018

Genau 21 Jahre, 3 Monate und 3 Tage nach seinem ersten Profikampf ist Vitor Belfort bereit, dem MMA-Sport den Rücken zu kehren und das nächste Kapitel seines Lebens zu beginnen.

„Ich beende jetzt meine Reise“, sagte Belfort am Donnerstagmorgen. „Es war eine lange Reise und ich bin Gott sehr dankbar, dass ich so lange in einem Sport durchgehalten habe, in dem viele Menschen nicht mal zehn Jahre durchhalten. 21 Jahre sind es. Ich bin sehr dankbar. Ich denke, es ist an der Zeit, aufzuhören und daher wird das mein letzter Kampf sein.“

Über einen möglichen Rücktritt von Belfort spricht man schon seit vielen Jahren vor jedem seiner Kämpfe. Und dann macht er einfach weiter. Die Gespräche häuften sich jedoch, nachdem er zwischen 2016 und 2017 dreimal vorzeitig verlor.

Als er im vergangenen Sommer bei UFC 212 in seiner Heimatstadt Rio de Janeiro ins Octagon stieg, hielten das viele Menschen für die perfekte Gelegenheit, seinen Rücktritt zu verkünden – ein Abschiedskampf vor den lauten, leidenschaftlichen Fans in Brasilien. Belfort fuhr gegen Nate Marquardt einen Punktsieg sein und hätte sich mit einem Erfolg verabschieden können, doch er entschied sich dazu, weiterzumachen.

An diesem Wochenende steigt er zum letzten Mal ins Octagon, bei der „UFC Fight Night“ in St. Louis, Missouri gegen Uriah Hall. Es ist vielleicht nicht das Hollywood-Ende, das sich viele für den 40 Jahre alten Brasilianer wünschten, aber Belfort verlässt den MMA-Sport zu seinen eigenen Bedingungen. Und das können nur wenige Kämpfer von sich behaupten.

„Ich hatte mir immer vorgenommen, so lange zu kämpfen, bis ich 40 bin – und jetzt bin ich hier und kämpfe mit 40 zum letzten Mal“, sagte Belfort, der im zarten Alter von 19 Jahren im Octagon debütierte und bei UFC 12 mit Siegen über Tra Telligman und Scott Ferrozzo in zwei Minuten das Schwergewichtsturnier gewann. „Ich bin für die Dinge, die ich erreicht habe, sehr dankbar und finde, ich habe in diesem Sport einiges erreicht.“

„Ich danke Gott für die vielen Chancen, die er mir gegeben hat“, fügte Belfort hinzu. „Ich denke, es braucht schon Mumm, diese Entscheidung zu treffen. Aber ich konzentriere mich nun auf meine Geschäfte, wie mein Fitness-Studio namens Belfort Fitness Lifestyle. Das ist ein Anbieter für Gruppenfitness, den ich überall in Amerika verbreiten möchte. Ich will normale Menschen von meinen Erfahrungen profitieren lassen und von dem Wissen, das mir sensationelle Profis beigebracht haben. Für mich geht es jetzt darum, etwas zurückzugeben und anderen Menschen zu helfen. Ich glaube, ich kann ihnen auf meine Art und Weise helfen. Ich freue mich sehr auf diese Reise.“

In den letzten Jahren antwortete Belfort immer enthusiastisch und freudestrahlend, wenn er zu seinem Rücktritt und seiner Zukunft im Octagon befragt wurde. Einen Rücktritt schloss er stets blitzschnell aus, da in ihm noch immer ein Feuer brannte. Er war tief und fest davon überzeugt, noch einmal nach dem Weltmeistertitel greifen zu können.

Es war ein bisschen wie bei einem Kind, das sich mit kleinen Augen weigert, ins Bett zu gehen und verneint, müde zu sein und dann zeigen will, wie wach es noch ist.

„Warum sollte ich jetzt ins Bett? Ich bin hellwach!“

Nun weigert sich Belfort nicht mehr, zu erkennen, an welchem Punkt seiner Karriere er sich befindet. Er hat akzeptiert, dass es an der Zeit ist, zur nächsten Phase seines Lebens überzugehen, eine abseits des Octagons und des MMA-Sports, der ihn die letzten zwei Jahrzehnte begleitete.

Im Gegensatz zu vielen Sportlern, die sich zu einem Rücktritt entschließen, klingt Belfort, als sei er von seiner Entscheidung voll und ganz überzeugt.

„Ich habe meinen Frieden gefunden“, sagte er. „Wenn man reifer wird, findet man Frieden. Jetzt geht es darum, jeden Augenblick zu genießen – auch dieses Interview zu genießen, denn ich werde danach wohl nicht mehr so oft mit euch sprechen. Man muss sich entscheiden und ich freue mich, dass ich zu meinen Bedingungen weggehe. Ich habe in diesem Sport großartige Dinge erreicht. Jetzt ist es an der Zeit, wegzugehen und sich auszuruhen.“

Die „UFC Fight Night“ in St. Louis läuft in der Nacht vom 14. auf den 15. Januar live auf UFC FIGHT PASS.