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Northcutt erwartet einen vorzeitigen Sieg

10. Juli 2018


Ein Jahr nach seinem Umzug von Texas nach Kalifornien, um in Sacramento beim Team Alpha Male zu trainieren, zieht Sage Northcutt schon wieder um. Er wechselt aber nicht das Team, sondern die Gewichtsklasse. Nach zuletzt zwei Siegen im Leichtgewicht tritt er in der Nacht zum 15. Juli bei der „UFC Fight Night“ in Boise, Idaho im Weltergewicht gegen Zak Ottow an.

Der 22 Jahre junge US-Amerikaner mit dem sonnigen Gemüt ist als Leichtgewicht in zehn Kämpfen ungeschlagen, vier davon bestritt er in der UFC. Er kämpfte auch schon zweimal als Weltergewicht im Octagon, konnte dabei aber nicht sein volles Potential ausschöpfen.

„Gerade laufe ich zum ersten Mal mit meinem natürlichen Gewicht herum“, sagte Northcutt, der seine ersten beiden Weltergewichtskämpfe gegen Bryan Barberena und Mickey Gall durch Aufgabe verlor. „Ich weiß, dass sich das verrückt anhört, weil ich schon zweimal in der Weltergewichtsklasse angetreten bin, aber beide Male geschah das unter Extrembedingungen.“

„Meinen ersten Weltergewichtskampf bestritt ich in letzter Minute, mit drei oder vier Tagen Vorbereitungszeit, nachdem ich eigentlich im Leichtgewicht ran sollte“, fügte er hinzu. „Mein Gegner hatte sich den Fuß gebrochen, also nahm ich einen Ersatzkampf im Weltergewicht an. Auf meinen zweiten Weltergewichtskampf konnte ich mich nicht vorbereiten, da ich wochenlang an einer Halsentzündung litt. Ich weiß, das hört sich nach Ausreden an, aber Tatsache ist, dass ich zum ersten Mal mit einer angemessenen Vorbereitung im Weltergewicht kämpfen werde. Und ich denke, das wird einen großen Unterschied ausmachen.“

Der bodenständige Texaner ist ein Modellathlet – eine fleischgewordene Actionfigur inklusive hochgestellten blonden Haaren und Waschbrettbauch – aber wer einen Körperfettanteil im einstelligen Prozentbereich hat, dem bereitet die Gewichtsabnahme vor den Kämpfen große Schwierigkeiten.

In den Anfangsjahren seiner Karriere dachte Northcutt, die Leichtgewichtsklasse würde ihm die besten Chancen bieten, seine Talente zu maximieren. Er achtete in der Vorbereitung darauf, sein Gewicht niedrig zu halten, musste sich aber trotzdem durch einen extrem zermürbenden Gewichtsabnahmeprozess kämpfen.

Obwohl er im Leichtgewicht ungeschlagen ist und zuletzt zweimal hintereinander gewann, entschied sich Northcutt daher für einen Gewichtsklassenwechsel.

„Vor meinem letzten Kampf gegen Thibault Gouti brauchte ich 30 Stunden, um das Gewichtslimit zu schaffen“, sagte Northcutt. „Das hört sich verrückt an, aber diese letzten paar Gramm sind für mich superschwer, da ich irgendwann aufhöre, zu schwitzen. Ich schaffe das Gewichtslimit, aber ich fühle mich im Kampf nicht so wie der Sage, der ich im Training bin.“

„Ich kam mit 19 Jahren in die UFC, im März wurde ich 22“, fügte Northcutt hinzu. „In den drei Jahren bin ich noch mal gewachsen und ein bisschen muskulöser geworden. Außerdem bin ich als Kämpfer gereift. Das macht schon einen Unterschied aus. Ich laufe jetzt mit meinem natürlichen Gewicht herum. Ich kann besser trainieren und bin bereit, im Octagon eine bessere Leistung zu zeigen.“

Northcutt wurde früh ins Rampenlicht gestoßen und wuchs vor den Augen der Fans aus. Den meisten jungen Kämpfern sieht man es nach, wenn sie Fehler machen, aber bei ihm war das nie der Fall – die Erwartungen an ihn waren dafür zu hoch, schließlich kam er als unerfahrenes Nachwuchstalent in die UFC, lange bevor er legal Alkohol trinken durfte. So groß wie die Chancen sind, die er bekommt, so groß ist auch der Spott, wenn er sie nicht nutzen kann.

Hätte er seine UFC-Karriere mit ein paar Auftritten im Vorprogramm begonnen anstatt im Hauptprogramm und wäre er dann mit einer Octagon-Bilanz von 5-2 zu einem renommierten Team gewechselt, um sich weiter zu verbessern, würde man ihn als eines der aufregendsten Nachwuchstalente im Sport bezeichnen. Stattdessen erwarten die einen von ihm Großartiges und die anderen hoffen, dass er versagen wird – nur weil er die Gelegenheiten wahrnimmt, die sich ihm anbieten.

Obwohl so kontrovers über ihn diskutiert wird, hat sich an Northcutts Einstellung nichts geändert.

Vielleicht liegt das daran, dass er schon sein ganzes Leben lang vor großem Publikum auftritt. Schon im Alter von neun Jahren zierte er das Cover des „Sport Karate Magazines“.

Oder vielleicht liegt es daran, dass er einfach eine Frohnatur ist, die sich von noch so viel Negativität und Zynismus nicht verbiegen lässt. Northcutt ist ein 22 Jahre alter Junge, der seine Träume verwirklichen kann und statt Druck nur Freude spürt.

„Es hört sich verrückt an, aber ich fühle mich nicht unter Druck gesetzt, ich freue mich auf den Kampf“, sagte Northcutt. „Ich freue mich darauf, meinen Gegner zu vermöbeln, einen Sieg einzufahren und den Fans eine gute Show zu bieten. Das ist das Größte.“

„Ich freue mich auch darauf, das auszuprobieren, was ich in all den Monaten beim Team Alpha Male gelernt habe“, sagte er weiter. „Ich bin nun schon ein Jahr dort und ich finde, ich werde immer besser.“

Samstagnacht will er bei der „UFC Fight Night“ in Boise, Idaho allen zeigen, warum er sich so freut.

„Ich gehe davon aus, dass ich ihn ausknocken werde“, sagte Northcutt über seinen Kampf gegen Ottow. „Ich glaube, dass er für mich nicht schnell genug ist. Und ich bin zu stark für ihn. Ich werde ihn ausknocken oder zur Aufgabe zwingen. Ich habe mich darauf vorbereitet, den Kampf vorzeitig zu beenden und allen eine tolle Show zu liefern.“